BeteiligungsPreis

Für Kinder und Jugendliche

Beteiligungs
Preis

Für Kinder und Jugendliche

Drei Projekte, drei unterschiedliche Formen der Beteiligung und eine gemeinsame Botschaft: Kinder und Jugendliche wollen ihre Lebenswelt mitgestalten – und sie tun es bereits. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen hat erstmals den „Sächsischen Beteiligungspreis für Kinder und Jugendliche“ vergeben.

Mit dem 2026 erstmal vergebenen Preis würdigt die Servicestelle das Engagement junger Menschen, die eigene Themen setzen, Verantwortung übernehmen und verbindlich Einfluss auf Entscheidungen nehmen, die sie und ihr Lebensumfeld betreffen. Die drei ausgezeichneten Projekte erhalten jeweils eine Anerkennung im Wert von 1.000 Euro. Eine Rangfolge gibt es bewusst nicht – alle drei Auszeichnungen sind gleichwertig und stehen beispielhaft für die Vielfalt gelingender Kinder- und Jugendbeteiligung in Sachsen.

„Gute Beteiligung heißt für uns mehr, als Kinder und Jugendliche nach ihrer Meinung zu fragen. Sie müssen erleben können, dass ihre Ideen ernst genommen werden, dass sie Entscheidungen mitgestalten und dass daraus etwas entsteht. Bei den drei ausgezeichneten Projekten wird aus Mitreden echtes Mitgestalten“, sagt Norbert Hanisch, Projektleiter der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen.

Drei Auszeichnungen, drei Preisverleihungen

Über die Vergabe der drei Auszeichnungen entschied eine Jury aus Fachleuten, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Kinder- und Jugendbeteiligung beschäftigen. Die Preisverleihungen finden bis zum Jahresende direkt vor Ort bei den ausgezeichneten Projekten statt.

Gewonnen haben…

Was passiert, wenn junge Menschen nicht nur über ihre Zukunft sprechen, sondern sie selbst in die Hand nehmen? Dann entsteht genau das, was die Jugendvertretungen im Bautzener Oberland zeigen: gelebte Demokratie, echtes Engagement und eine starke Gemeinschaft.In Neukirch, Wilthen und Schmölln-Putzkau haben Jugendliche ihre Stimme erhoben – und vor allem dafür gesorgt, dass diese Stimme auch gehört wird. Sie bringen ihre Ideen in Gemeinderäte ein, befragen andere junge Menschen nach ihren Wünschen, entwickeln eigene Projekte und übernehmen Verantwortung für ihre Heimat.

Besonders preiswürdig ist dabei der Blick über die eigene Gemeindegrenze hinaus. Die Jugendvertretungen arbeiten zusammen, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln gemeinsame Ideen für die gesamte Region. Sie zeigen damit eindrucksvoll: Beteiligung endet nicht am Ortsschild.Aus den Wünschen und Ideen junger Menschen entstehen konkrete Projekte – von Freizeit- und Begegnungsangeboten bis hin zu einem gemeinsamen regionalen Jugendfestival. Jugendliche werden dabei nicht einfach beteiligt, sondern sie gestalten selbst: Sie planen, entscheiden, organisieren und übernehmen Verantwortung.

Damit schaffen die Jugendvertretungen etwas, das weit über einzelne Veranstaltungen hinausgeht. Sie stärken Demokratie, Selbstvertrauen und Gemeinschaftssinn. Und sie senden eine wichtige Botschaft an die gesamte Region: Junge Menschen wollen nicht irgendwann Zukunft gestalten – sie tun es schon heute.Für diesen Mut, dieses Engagement und die beispielhafte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg verdienen die Jugendvertretungen im Bautzener Oberland unseren herzlichen Glückwunsch und diese Auszeichnung.

Herzlichen Glückwunsch zum Preis – und vor allem: Macht weiter so!

Die AG Jugendbeteiligung der Stadt Hartha zeigt eindrucksvoll, was junge Menschen bewegen können, wenn sie Verantwortung übernehmen dürfen. Zehn Jugendliche engagieren sich aktiv für ihre Stadt – sie bauen eine BMX-Strecke, organisieren Veranstaltungen, entwickeln eigene Ideen und schaffen Angebote für andere Kinder und Jugendliche.

Mit „Farbe im Kopf – Beat im Ohr“ haben sie aus einer Idee ein echtes Jugendkulturprojekt gemacht. Von der Planung über die Werbung bis zur Durchführung waren die Jugendlichen maßgeblich beteiligt und konnten selbst entscheiden, wie ihre Veranstaltung aussehen und ablaufen sollte. Unterstützt wurden sie dabei von Erwachsenen – aber die Ideen und die Verantwortung blieben bei den Jugendlichen.

Entstanden ist ein vielfältiger Ort für Kreativität und Begegnung: Graffiti, Virtual Reality, 3D-Druck, Jugendlounge, Mocktailbar und Musik haben unterschiedliche Interessen zusammengebracht. So wurde aus einer Veranstaltung weit mehr als ein abwechslungsreicher Tag: Es entstand ein Raum, in dem junge Menschen ausprobieren, gestalten, sich begegnen und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken konnten.

Besonders preiswürdig ist, dass die AG nicht nur für Jugendliche, sondern konsequent mit und durch Jugendliche arbeitet. Sie zeigen, dass Jugendbeteiligung dann besonders stark ist, wenn junge Menschen echte Gestaltungsmöglichkeiten bekommen und erleben: Meine Idee zählt. Meine Arbeit macht einen Unterschied.Und dieser Unterschied ist in Hartha spürbar. Jugendliche interessieren sich wieder stärker für ihre Stadt, bringen sich ein und erfahren, dass ihre Meinung gehört und ernst genommen wird. Aus einer Gruppe engagierter Jugendlicher ist ein Team geworden, das Verantwortung übernimmt und andere zum Mitmachen motiviert.Für ihren Mut, ihre Kreativität, ihre Tatkraft und ihr beispielhaftes Engagement für eine lebendige Jugendkultur in Hartha verdient die AG Jugendbeteiligung diese Auszeichnung ganz besonders.

Herzlichen Glückwunsch – und bleibt die Macherinnen und Macher eurer Stadt!

Wie sieht Demokratie aus, wenn Kinder sie selbst in die Hand nehmen? In Augustusburg lautet die Antwort: kreativ, lebendig – und erstaunlich wirksam.Der „Rat der kleinen Leute“ ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie Kinder schon im Grundschulalter lernen und erleben können, dass ihre Stimme zählt. Rund 20 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren kommen regelmäßig zusammen, bringen eigene Themen ein, handeln Regeln aus, stimmen ab, verteilen Aufgaben – und setzen ihre Entscheidungen anschließend selbst in die Tat um.

Dabei sind die Erwachsenen nicht diejenigen, die vorgeben, was passieren soll. Sie folgen den Ideen der Kinder. Genau das macht dieses Projekt so besonders. Das zeigt sich eindrucksvoll am eigenen Kinderrestaurant „Resturang Kréfôu“, bei dem zur Eröffnung sogar über 70 Gäste kamen. Doch der „Rat der kleinen Leute“ macht noch mehr: Die Kinder bringen ihre Ideen in die Stadtgesellschaft ein. Mit einem selbst erstellten Video haben sie dem Stadtrat ihre Vorschläge für den Spielplatz präsentiert und anschließend mit Stadträtinnen darüber gesprochen. Sie entscheiden über ein eigenes Kinderbudget, wählen Filme für das Kinderkino, gestalten einen Barfußpfad und entwickeln immer wieder neue Projekte.

Und die Entwicklung spricht für sich: Aus sechs Kindern wurden innerhalb kurzer Zeit rund 20. Immer mehr Kinder wollen mitmachen. Der Stadtrat hört zu. Und die Kinder entdecken dabei auch, dass demokratische Prozesse manchmal Zeit brauchen – eine Erfahrung, die vermutlich auch so mancher Erwachsene gut kennt.Der „Rat der kleinen Leute“ zeigt uns deshalb etwas sehr Wichtiges: Kinder sind nicht nur die Bürgerinnen und Bürger von morgen. Sie sind heute schon Teil unserer Stadtgesellschaft.

Für Mut, Eigenständigkeit, Kreativität und vor allem für eine ganz praktische und lebendige Form von Demokratie ist der „Rat der kleinen Leute“ ein herausragendes Beispiel.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser verdienten Auszeichnung – und macht weiter so: Die großen Leute können noch einiges von euch lernen!

Infos zum Preis

Gesucht wurden Kinder und junge Menschen, Jugendvereine, Initiativen oder auch lose Gruppen aus Sachsen im Alter von 6 bis 27 Jahren. Bewerbungen waren aus allen gesellschaftlichen Bereichen möglich – von Kultur, Sport und Freizeit über Schule, Ausbildung und Mobilität bis hin zu Umwelt, Integration oder sozialen Themen.

Wichtig war, dass die Initiative für das Beteiligungsvorhaben von jungen Menschen selbst ausgeht und das Projekt gemeinwohlorientiert ist. Die Vorhaben konnten noch laufen oder im Jahr 2025 abgeschlossen worden sein – entscheidend war, dass sie sich bereits in der Umsetzung befanden und nicht nur eine Idee waren. Ausgeschlossen waren kommerzielle sowie demokratiefeindliche Organisationen, Gruppen oder Einzelpersonen.

Vergeben wurden drei gleichwertige Anerkennungen in Höhe von jeweils 1.000 Euro. Eine klassische Platzierung gab es bewusst nicht – stattdessen sollten unterschiedliche Schwerpunkte und die Vielfalt von Beteiligung sichtbar gemacht werden.

Die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgte durch eine Jury aus Akteur*innen, die Kinder- und Jugendbeteiligung aus unterschiedlichen Perspektiven und Arbeitsfeldern begleiten und stärken.

Die Preisgelder sollen für weitere Beteiligungsvorhaben, notwendige Anschaffungen, Aktivitäten zur Anerkennung und Wertschätzung sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden.

Die Bewerbungsphase läuft vom 18. Mai bis zum 18. Juli 2026 hier auf dieser Seite. Im Anschluss sichtet die Jury die eingegangenen Bewerbungen von Mitte Juli bis Mitte August.

Die Bekanntgabe der Preisträger*innen erfolgt am 18. August 2026 – dem Welttag der Beteiligung. Die Preisverleihung findet anschließend bis zum Jahresende direkt vor Ort bei den ausgezeichneten Projekten statt und bietet eine weitere Gelegenheit, die Initiativen sichtbar zu machen.

Also: Zeigt, was ihr bewegt. Wir freuen uns auf eure Ideen!